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Montag, 12. Dezember 2016

flucht angetreten
die flucht "nach hause"
die flucht in eine
inzwischen ganze längliche weiße tablette
die flucht in einen 
abend mit sehr viel alkohol
aber ja
inzwischen und zwischendurch
denke ich auch
mal nicht an dich
und vielleicht
ist das ein fortschritt
vielleicht
ist es ein schritt in eine ganz andere richtung
und ja
das macht mir angst
aber ja
inzwischen und
zwischendurch
geht es mir besser

Donnerstag, 8. Dezember 2016

ich betrachte die längliche weiße tablette,
die ab jetzt wohl machen soll,
dass ich mir nicht mehr wünsche,
die treppe zu meiner wohnung herunter zu fallen,
und mir dabei das genick zu brechen,
breche sie in der mitte durch
und schlucke eine hälfte,
spüle mit wasser nach.
eine hälfte, erst langsam rantasten,
hat sie gesagt,
ich taste.
taste nach dem grund,
nach der antwort auf die frage
wie es so weit gekommen ist
und wie ich leben kann,
wie mein leben funktionieren soll,
wie ich funktioniere
 oder zeitweise auch nicht.
schmeckt ein bisschen bitter im abgang,
life is bitter, denke ich
und muss lachen und weinen gleichzeitig.
lachen ist selten,
weinen viel seltener,
sollte wohl dankbar sein für solche momente
denke ich,
als ich stufe für stufe,
ganz langsam,
die treppe zu meiner wohnung 
hinunter gehe
und inzwischen
immer wieder die gleichen fragen
wie lange noch
wie viele schlaflose nächte
wie viele kopfschmerztabletten
wie viele nasse kissenbezüge
wie viele mascaraflecken auf weißen bettlaken
wie viele tage im bett mit fettigen haaren
wann hab ich das letzte mal geduscht
wie viele versuche
wie viele fluchten
wie viele kämpfe
wann endlich wieder morgens aufwachen
wann endlich morgens aufwachen und sich auf den tag freuen
wann endlich vor freude weinen
wann endlich nicht mehr einsam
sein fühlen

Montag, 5. Dezember 2016

laufe
alleine durch die straßen
blind,
seit gestern
ohne blindenstock
ohne hörgerät bin taub
für alles,
was vielleicht passiert
und stumm,
denn alles was ich sagen könnte
wäre lächerlich
angesichts
des kalten winters vor
und in mir,
schneeblind

Samstag, 12. November 2016

und wenn du gehst
nimmst du jedes mal
meine worte mit
und ich bleibe
sprachlos
und unfähig
dir zu sagen,  
wie wenig
und wie viel
und wie sehr
und bitte
und bitte nicht
zurückbleiben bitte
du winkst aus dem zugfenster
und ich sitze am bahnsteig
noch 2 züge lang
rathenow
rostock
atemzüge
gegen die kälte von außen
und das frieren von innen
 warum
warum nichts

Mittwoch, 9. November 2016

auseinanderfallen
langsam und
mit jeder träne
ein bisschen mehr
ein bisschen weniger ganz
 eine erinnerung
an das gefühl,
das aus langsam
zeitlupe macht
salz auf deinen lippen
auseinander
fallen