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Samstag, 4. November 2017

und da ist sie wieder,
diese leere,
die zwar nur noch
ab und zu
zu besuch kommt,
aber nichts
von ihrem schon immer so
durchdringenden
und lähmendem charkter verloren hat
und sich neben mich ins bett legt,
ohne zu fragen
und mir ins ohr flüstert,
wie gemütlich es doch hier ist,
"ach weißt du was,
ich bleib noch ein bisschen"
 
leere kann nicht flüstern

Donnerstag, 26. Oktober 2017

und jetzt ist es leicht
und vollkommen in ordnung,
sich zu verlieren,
in einem lied,
das musik-gewordenes
glück
und unglück in einem
ist,
und im betrachten 
von
einem spatz,
der sich an einer halben frühlingsrolle
versucht,
oder in momenten,
in denen einfach mal 
die sonne am himmel auftaucht
und
im gesicht
von jemand anderen und
in deinem spiegelbild
und in
geschlossenen augen und schweigen,
in
nicht alleine sein,
nicht jetzt,
nicht in diesem moment
und auch noch nicht im nächsten,
und das ist ein guter anfang
oder?

Samstag, 21. Oktober 2017

und weißt du,
es ist so leicht sich zu verlieren
in einem lächeln,
fremden augen,
die dich auf einem
überfüllten bahnsteig
ein wenig zu lange ansehen,
in einer umarmung,
in abenden mit übertriebenem lachen
und aufgesetzter guter laune,
ja, manchmal klappt das erstaunlich gut,
und dann
wachst du am nächsten morgen auf
und fühlst dich leer,
weil du dich verloren
und über nacht nicht wiedergefunden hast

ich werde nicht lügen,
du fehlst mir.
in diesem moment so sehr,
dass es sich anfühlt,
als würde es mich zerreißen,
ein gefühl,
das sich knapp unter dem solarplexus entwickelt
und sich in sekundenbruchteilen
wie eine druckwelle im gesamten körper ausbreitet,
ein gefühl,
das ich mir sehr lange verboten habe,
das ich inzwischen so selten zulasse,
dass es mir in diesem moment die tränen in die augen treibt
 
 
ich habe unsere fotos abgehängt
es musste sein, verstehst du?
die fotoautomatenbilder,
die sofortkamerafotos vom festival letztes jahr,
die polaroids von meinem geburtstag
auf denen ich das sternenhimmelkleid trage
und ein breites, glückliches lachen
ich ertrage es nicht mehr,
zu sehen,
was wir für ein verkorkstes wunder waren
und weißt du,
warum es keine wunder gibt?
keine wunder mehr?
menschen gehen daran zugrunde,
sie ertrinken in der perfektion
und ersticken an ihren erwartungen
ich kann langsam wieder atmen,
schwerfällig,
manchmal sehr schnell und sehr flach,
aber ich atme,
auch,
wenn ich immernoch
manchmal
die luft anhalte
 es ist schon eine weile her,
dass du meine tränen getrocknet hast
schlussendlich
bist du links abgebogen
und ich bin
zurück,
hab versucht,
die abzweigung wiederzufinden,
an der sich unsere wege getrennt haben,
bin stehen geblieben,
im kreis gelaufen
hab mich verlaufen und verirrrt
und bin
schlussendlich
weitergelaufen
und siehst du,
wie weit ich gekommen bin?
und dabei dachte ich so lange,
ich bin die,
die zurückgeblieben ist,
hab mich gefühlt,
wie die,
die zurückgeblieben ist,
aber das bin ich nicht
kannst du mich sehen,
von da, wo du bist,
siehst du,
wie weit ich gekommen bin?

Samstag, 17. Juni 2017

und du musst wissen,
dass ich heute das mädchen bin,
das lachend mit dir durch den regen läuft
deine hand hält
und
dich bittet,
es zu küssen,
aber morgen,
wenn der alkohol nachlässt
und wir uns wundern,
woher diese wunderbare wunderliche ehrlichkeit kam
und warum
solche momente vorbeigehen
die regennasse kleidung trocknet
und dieses morgen kommt immer
nach wunderlichen wunderbaren
sonnenuntergangmomenten;
an diesen morgenden,
an denen wir die illusionen
unter unseren kopfkissen vergraben haben,
werde ich dir
nicht mehr so leicht in deine
meerfarbenen
augen sehen können,
weil ich der letzte mensch bin
für dich
weil ich chaos bin
wechselnd unausgeglichen verwirrt
gefühle, die mich meinen kopf
regelmäßig gegen die wand schlagen lassen
du siehst die blauen flecke,
narben, augenringe
 du siehst mir in die augen
und siehst alles von mir
du solltest dich fürchten



Dienstag, 13. Juni 2017

hast du schonmal unter der dusche geschrien?
in dem moment,
in dem du die augen schließt,
das wasser in deinen ohren rauscht
und du deinen mund aufreißt,
um luft zu bekommen
hast du dir die seele aus dem leib geschrien,
und zugesehen,
wie sie zusammen mit den resten von dir
im abfluss verschwindet?
geschrien,
die leise hoffnung,
dass es jemandem auffällt,
der dich auffängt,
bevor du auf dem boden aufschlägst,
dich einwickelt in geborgenheit und fürsorge,
in worte, ohne sie auszusprechen

Montag, 12. Juni 2017

und es sind
tage wie diese,
seltsam verschlafene tage
an denen es die sonne nur
in wenigen kleinen momenten schafft,
lächeln auf gesichter zu zaubern
und der wind nur schwer
den kopf frei pustet
zögernde,
fragende tage,
die alles hätten sein können,
aber letztendlich
nichts geworden sind
tage wie verpasste chancen,
übersehene kleinigkeiten
gedanken, die abgetan wurden
und nicht wahrgenommene möglichkeiten
und was würde ich geben dafür
dir in die augen zu sehen und
der grund für deine grübchen zu sein
deine fingerspitzen über meine haut
streichen zu hören und
mich
von deiner stimme umarmen zu lassen
deinen mund zu sehen,
der
ich liebe dich
sagt
und damit für einen moment
alles gut macht, alles in ordnung,
alles vergessen
nur für einen moment,
eine kleine ewigkeit
wo sind wir
54.92333N/17.93646E und
54.637381N/9.39245E
wo sind wir
so viele ewigkeiten entfernt
von einander
von dem, was mal war und
von dem,
was sein sollte
was würde ich geben für
einen morgen danch
müde augen und
verschlafenes lächeln
die träume noch unter den lidern
und ein knacken in den gelenken
nur noch fünf minuten
lass mich deinen ruhigen atem hören
und deinen herzschlag spüren
gleichmäßig,
schlag für schlag für schlag
nur noch fünf minuten,
dein kratziges murmeln im traum
bis wir uns den schlaf
aus den augen wischen,
die müdigkeit aus den gliedern strecken
und die illusion aus dem kopf schlagen

Sonntag, 16. April 2017

jetzt hab ich euch beide
aus meinen laken gewaschen
ihn ausgezogen
und an dich gedacht
mich hingegeben,
nachdem ich mir deinen geschmack
und deinen namen mit billigem wein
von der zunge gespült habe
an dich gedacht
und ihn geküsst
fremde finger
mit meinen verflochten
und
fremde lippen
auf meiner haut
stöhnen,
meins seins nicht deins
hektisches atmen,
geschlossene augen
verschließe meine augen
und irgendwann bestimmt
lerne ich,
wie man sein herz verschließt

Donnerstag, 23. März 2017

versuche zu verstehen,
was du meinst,
wenn du sagst,
was du sagst,
und scheitere so oft
versuche zu verstehen,
was ich will,
wenn ich denke,
was ich denke,
und scheitere noch viel öfter
 

Dienstag, 21. März 2017

und straßenlaternen
ziehen vorbei
ein wochenende mehr geschichte
ein wochenende mehr so tun als ob
und vor dem fenster wieder autobahn
manchmal kann man nichts machen,
außer weiter
hab ich mal gelesen
aber manchmal
kann man auch nichts machen
außer
nichts
machen
weil schmerz lähmt
und weil auf euphorie
immer apathie folgt
ganz logisch
und zuverlässig
und wieder auf dem weg,
weg von uns
kopf voll
rest leer
wenn es mir so schlecht geht,
dass ich keine luft mehr kriege,
dass es sich anfühlt,
als würde mein kleines halbes herz
implodieren
und meine kleine verkorkste welt
untergehen,
hab ich gedacht,
dann ändert sich danach irgendwas,
wenn ich so traurig bin,
dass es dafür keine worte mehr gibt,
dann wird auch irgendwann irgendwas besser,
hab ich gedacht
aber wie naiv
meine kleine welt ist schon so oft
untergegangen,
dass ich schon glaube,
es gibt sie gar nicht
ich bin atlantis,
non-existent
existiere genau so wenig
wie glück,
denn sind wir mal ehrlich
verfliegt glück viel zu schnell
und hinterlässt immer
einen so bitteren nachgeschmack
von wehmut und nostalgie,
dass es besser nicht da gewesen wäre
keine kompromisse
nur atlantis
und manchmal mein kleines
halbes herz,
das implodiert


Freitag, 24. Februar 2017

was denkst du,
wenn du mich siehst?
wenn du meinen namen sagst,
mich küsst,
mit deinen fingern über mein gesicht
durch meine haare
streichst
meine hand hälst,
mich in deinen armen,
was fühlst du?
meinen kopf an deiner schulter,
meine haut unter deinen lippen
und mein stöhnen
unter deiner zunge,
was hörst du,
wenn ich deinen namen
sage?
wenn ich dir ins ohr flüstere
und dinge sage,
die nur für dich gedacht sind
und diesen moment
und dieses gefühl
was denkst du,
wenn du mich siehst?
in jeder weise nackt,
ausgezogen und ausgeliefert,
außer atem
und mit tränen in den augen
,,schreiben hilft",
sag ich dir
und
,,schreiben hilft",
sag ich mir
also schreibe ich
schreibe,
dass ich nicht mehr weiß,
was einen sinn ergibt
und dass ich eigentlich gar nicht weiß,
was ich schreiben soll,
welche buchstaben ich kombinieren soll
um auszudrücken,
was sich einmal anfühlt,
als würde mein herz zerspringen
und einmal,
als wäre ich weit weg,
so weit weg von mir,
dass ich niemals zurückkomme
und wie schreibe ich,
dass ich auch keine antwort habe,
schon lange nicht mehr,
nicht weiß,
wie lange,
wieso
und warum jetzt


meine finger
sind schildkröten
auf der tastatur meines laptops
und
es scheint,
als haben meine beine vergessen,
wie man geht
und meine lungen,
wie man atmet
ich schnappe nach luft
und wenn ich nur lange genug
nur lange genug
an die decke starre
dann vielleicht, vielleicht
ich bin müde
aus - ge - laugt
von nichts, von dieser stadt,
von meinem kopf
von meinem herzen,
mein herz schleppt
sich/mich
dahin
und ich schleppe mich
schleppe dich/uns
in die bahn
 sitzplatz am fenster, ans fenster
gelehnt
in mein bett,
unter die decke
unter mein kissen,
ganz klein
und doch nicht klein genug,
nicht klein genug

Montag, 20. Februar 2017

blasse weiche härchen
auf haut, die
die sommerbräune
schon fast wieder vergessen hat
mein name
auf deinen lippen
dein gesicht
unter meinen fingerkuppen
mein haar
in deinen händen und
dein lächeln
in meinen augen
meine gedanken
bei dir
und
deine
ganz woanders


Donnerstag, 16. Februar 2017

draußen
riecht es nach frühling
der himmel ist blau und
die sonne scheint mir
warm ins gesicht
aber in meinem kopf
ist über nacht
wieder schnee
gefallen
und es sieht nicht so aus,
als würde er
schnell
wieder schmelzen

Dienstag, 14. Februar 2017

morgens
s-bahn fahren
sonnenstrahlen durch 
dichte wolken
blicke durch
müde augenlider
seufzen durch
verkniffene münder
reisende gedanken in
an fensterscheiben gelehnten köpfen
jedes gegenüber eine geschichte,
ein geheimnis,
eine narbe über der linken
augenbraue,
abgeknabberte fingernägel,
aufgesprungene lippen,
raue hände,
sommersprossen auf der nase,
tränen,
die die wangen herunterlaufen
und auf
den
dicken wintermantel tropfen


und wie fühlt sich vergebung an?
wie
vergibt man
sich selbst
verlorene tage und
vergeudete stunden
und
verschwendete momente
wie sagt man sich los
von
schlechten gedanken
 und dunklen gefühlen
wie
ertrage
ich
mich
jeden einzelnen augenblick


Mittwoch, 18. Januar 2017

stillstand
wieder angekommen
auf dem boden
meines zimmers, hoffend
auf ein geräusch
auf jemanden,
der die tür öffnet
und meine tränen sammelt,
der mich aufsammelt
und meine teile,
verteilt
in der dusche,
neben dem ganzkörperspiegel,
zwischen meinen schminkutensilien
zerteilt, auseinandergebrochen,
zersprungen
sieben jahre pech
sammel schnell die scherben auf
bevor sich
jemand
verletzt
 
 


Dienstag, 17. Januar 2017

fahr mit mir ans meer
setz mich vor tosenden wellen ab
und 
sieh mir zu,
wie ich mich
im meeresrauschen verliere
und mich für einen moment
leicht und
angekommen fühle,
nur einen moment
bevor alles zurückkommt
und ich frage mich,
wie sich leere anfühlt,
welche wörter man benutzen könnte,
um nichts zu beschreiben,
wie man erklärt,
dass sich nichts mehr richtig anfühlt,
dass nichts mehr einen sinn ergibt,
ich ergebe keinen sinn,
wir auch nicht,
niemand,
irren alle umher,
auf der suche nach irgendwas,
das füllt, was fehlt
wie erklärt man das gefühl,
zwischen hunderten menschen am bahnhof zu stehen
und keine richtung zu haben,
keinen weg,
verloren
in einer stadt
in meinem kopf
in gefühlen
und gedanken,
die mir die augen verbinden
und mir meine karte wegnehmen 
abgesetzt
irgendwo auf einem globus
in einer welt,
die nicht meine ist,
in der ich mich so fremd fühle
wo gehöre ich hin?

Montag, 9. Januar 2017

sieh mich an
lies
in meinen augenringen
die farbe
meiner gedanken
und die
konsistenz
meiner gefühle
halte meine hand
und spüre
durch die
abgeknabberte haut
an meinen fingerkuppen
die anzahl
meiner ängste
und die richtung
meiner wünsche
momente
voller kribbelnder
vorfreude
wechseln sich ab
mit
aus dem schlaf
hochschrecken
und
panikattacken,
die mir die
luft/lust
zum atmen nehmen
bestand
hat wenig
nur die frage
nach
der
antwort

Sonntag, 1. Januar 2017

neues jahr
und ich flüchte erneut
"zuhause"
ist nicht länger heilsam,
die anfängliche
euphorie
ist verflogen,
jetzt:
zurückfallen
in alte muster
und
gedankenkreise
und die flucht
hoffentlich
nach vorn