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Donnerstag, 26. Oktober 2017

und jetzt ist es leicht
und vollkommen in ordnung,
sich zu verlieren,
in einem lied,
das musik-gewordenes
glück
und unglück in einem
ist,
und im betrachten 
von
einem spatz,
der sich an einer halben frühlingsrolle
versucht,
oder in momenten,
in denen einfach mal 
die sonne am himmel auftaucht
und
im gesicht
von jemand anderen und
in deinem spiegelbild
und in
geschlossenen augen und schweigen,
in
nicht alleine sein,
nicht jetzt,
nicht in diesem moment
und auch noch nicht im nächsten,
und das ist ein guter anfang
oder?

Samstag, 21. Oktober 2017

und weißt du,
es ist so leicht sich zu verlieren
in einem lächeln,
fremden augen,
die dich auf einem
überfüllten bahnsteig
ein wenig zu lange ansehen,
in einer umarmung,
in abenden mit übertriebenem lachen
und aufgesetzter guter laune,
ja, manchmal klappt das erstaunlich gut,
und dann
wachst du am nächsten morgen auf
und fühlst dich leer,
weil du dich verloren
und über nacht nicht wiedergefunden hast

ich werde nicht lügen,
du fehlst mir.
in diesem moment so sehr,
dass es sich anfühlt,
als würde es mich zerreißen,
ein gefühl,
das sich knapp unter dem solarplexus entwickelt
und sich in sekundenbruchteilen
wie eine druckwelle im gesamten körper ausbreitet,
ein gefühl,
das ich mir sehr lange verboten habe,
das ich inzwischen so selten zulasse,
dass es mir in diesem moment die tränen in die augen treibt
 
 
ich habe unsere fotos abgehängt
es musste sein, verstehst du?
die fotoautomatenbilder,
die sofortkamerafotos vom festival letztes jahr,
die polaroids von meinem geburtstag
auf denen ich das sternenhimmelkleid trage
und ein breites, glückliches lachen
ich ertrage es nicht mehr,
zu sehen,
was wir für ein verkorkstes wunder waren
und weißt du,
warum es keine wunder gibt?
keine wunder mehr?
menschen gehen daran zugrunde,
sie ertrinken in der perfektion
und ersticken an ihren erwartungen
ich kann langsam wieder atmen,
schwerfällig,
manchmal sehr schnell und sehr flach,
aber ich atme,
auch,
wenn ich immernoch
manchmal
die luft anhalte
 es ist schon eine weile her,
dass du meine tränen getrocknet hast
schlussendlich
bist du links abgebogen
und ich bin
zurück,
hab versucht,
die abzweigung wiederzufinden,
an der sich unsere wege getrennt haben,
bin stehen geblieben,
im kreis gelaufen
hab mich verlaufen und verirrrt
und bin
schlussendlich
weitergelaufen
und siehst du,
wie weit ich gekommen bin?
und dabei dachte ich so lange,
ich bin die,
die zurückgeblieben ist,
hab mich gefühlt,
wie die,
die zurückgeblieben ist,
aber das bin ich nicht
kannst du mich sehen,
von da, wo du bist,
siehst du,
wie weit ich gekommen bin?

Samstag, 17. Juni 2017

und du musst wissen,
dass ich heute das mädchen bin,
das lachend mit dir durch den regen läuft
deine hand hält
und
dich bittet,
es zu küssen,
aber morgen,
wenn der alkohol nachlässt
und wir uns wundern,
woher diese wunderbare wunderliche ehrlichkeit kam
und warum
solche momente vorbeigehen
die regennasse kleidung trocknet
und dieses morgen kommt immer
nach wunderlichen wunderbaren
sonnenuntergangmomenten;
an diesen morgenden,
an denen wir die illusionen
unter unseren kopfkissen vergraben haben,
werde ich dir
nicht mehr so leicht in deine
meerfarbenen
augen sehen können,
weil ich der letzte mensch bin
für dich
weil ich chaos bin
wechselnd unausgeglichen verwirrt
gefühle, die mich meinen kopf
regelmäßig gegen die wand schlagen lassen
du siehst die blauen flecke,
narben, augenringe
 du siehst mir in die augen
und siehst alles von mir
du solltest dich fürchten