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Samstag, 21. Oktober 2017

ich werde nicht lügen,
du fehlst mir.
in diesem moment so sehr,
dass es sich anfühlt,
als würde es mich zerreißen,
ein gefühl,
das sich knapp unter dem solarplexus entwickelt
und sich in sekundenbruchteilen
wie eine druckwelle im gesamten körper ausbreitet,
ein gefühl,
das ich mir sehr lange verboten habe,
das ich inzwischen so selten zulasse,
dass es mir in diesem moment die tränen in die augen treibt
 
 
ich habe unsere fotos abgehängt
es musste sein, verstehst du?
die fotoautomatenbilder,
die sofortkamerafotos vom festival letztes jahr,
die polaroids von meinem geburtstag
auf denen ich das sternenhimmelkleid trage
und ein breites, glückliches lachen
ich ertrage es nicht mehr,
zu sehen,
was wir für ein verkorkstes wunder waren
und weißt du,
warum es keine wunder gibt?
keine wunder mehr?
menschen gehen daran zugrunde,
sie ertrinken in der perfektion
und ersticken an ihren erwartungen
ich kann langsam wieder atmen,
schwerfällig,
manchmal sehr schnell und sehr flach,
aber ich atme,
auch,
wenn ich immernoch
manchmal
die luft anhalte
 es ist schon eine weile her,
dass du meine tränen getrocknet hast
schlussendlich
bist du links abgebogen
und ich bin
zurück,
hab versucht,
die abzweigung wiederzufinden,
an der sich unsere wege getrennt haben,
bin stehen geblieben,
im kreis gelaufen
hab mich verlaufen und verirrrt
und bin
schlussendlich
weitergelaufen
und siehst du,
wie weit ich gekommen bin?
und dabei dachte ich so lange,
ich bin die,
die zurückgeblieben ist,
hab mich gefühlt,
wie die,
die zurückgeblieben ist,
aber das bin ich nicht
kannst du mich sehen,
von da, wo du bist,
siehst du,
wie weit ich gekommen bin?

Samstag, 17. Juni 2017

und du musst wissen,
dass ich heute das mädchen bin,
das lachend mit dir durch den regen läuft
deine hand hält
und
dich bittet,
es zu küssen,
aber morgen,
wenn der alkohol nachlässt
und wir uns wundern,
woher diese wunderbare wunderliche ehrlichkeit kam
und warum
solche momente vorbeigehen
die regennasse kleidung trocknet
und dieses morgen kommt immer
nach wunderlichen wunderbaren
sonnenuntergangmomenten;
an diesen morgenden,
an denen wir die illusionen
unter unseren kopfkissen vergraben haben,
werde ich dir
nicht mehr so leicht in deine
meerfarbenen
augen sehen können,
weil ich der letzte mensch bin
für dich
weil ich chaos bin
wechselnd unausgeglichen verwirrt
gefühle, die mich meinen kopf
regelmäßig gegen die wand schlagen lassen
du siehst die blauen flecke,
narben, augenringe
 du siehst mir in die augen
und siehst alles von mir
du solltest dich fürchten



Dienstag, 13. Juni 2017

hast du schonmal unter der dusche geschrien?
in dem moment,
in dem du die augen schließt,
das wasser in deinen ohren rauscht
und du deinen mund aufreißt,
um luft zu bekommen
hast du dir die seele aus dem leib geschrien,
und zugesehen,
wie sie zusammen mit den resten von dir
im abfluss verschwindet?
geschrien,
die leise hoffnung,
dass es jemandem auffällt,
der dich auffängt,
bevor du auf dem boden aufschlägst,
dich einwickelt in geborgenheit und fürsorge,
in worte, ohne sie auszusprechen

Montag, 12. Juni 2017

und es sind
tage wie diese,
seltsam verschlafene tage
an denen es die sonne nur
in wenigen kleinen momenten schafft,
lächeln auf gesichter zu zaubern
und der wind nur schwer
den kopf frei pustet
zögernde,
fragende tage,
die alles hätten sein können,
aber letztendlich
nichts geworden sind
tage wie verpasste chancen,
übersehene kleinigkeiten
gedanken, die abgetan wurden
und nicht wahrgenommene möglichkeiten