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Samstag, 17. Juni 2017

und du musst wissen,
dass ich heute das mädchen bin,
das lachend mit dir durch den regen läuft
deine hand hält
und
dich bittet,
es zu küssen,
aber morgen,
wenn der alkohol nachlässt
und wir uns wundern,
woher diese wunderbare wunderliche ehrlichkeit kam
und warum
solche momente vorbeigehen
die regennasse kleidung trocknet
und dieses morgen kommt immer
nach wunderlichen wunderbaren
sonnenuntergangmomenten;
an diesen morgenden,
an denen wir die illusionen
unter unseren kopfkissen vergraben haben,
werde ich dir
nicht mehr so leicht in deine
meerfarbenen
augen sehen können,
weil ich der letzte mensch bin
für dich
weil ich chaos bin
wechselnd unausgeglichen verwirrt
gefühle, die mich meinen kopf
regelmäßig gegen die wand schlagen lassen
du siehst die blauen flecke,
narben, augenringe
 du siehst mir in die augen
und siehst alles von mir
du solltest dich fürchten



Dienstag, 13. Juni 2017

hast du schonmal unter der dusche geschrien?
in dem moment,
in dem du die augen schließt,
das wasser in deinen ohren rauscht
und du deinen mund aufreißt,
um luft zu bekommen
hast du dir die seele aus dem leib geschrien,
und zugesehen,
wie sie zusammen mit den resten von dir
im abfluss verschwindet?
geschrien,
die leise hoffnung,
dass es jemandem auffällt,
der dich auffängt,
bevor du auf dem boden aufschlägst,
dich einwickelt in geborgenheit und fürsorge,
in worte, ohne sie auszusprechen

Montag, 12. Juni 2017

und es sind
tage wie diese,
seltsam verschlafene tage
an denen es die sonne nur
in wenigen kleinen momenten schafft,
lächeln auf gesichter zu zaubern
und der wind nur schwer
den kopf frei pustet
zögernde,
fragende tage,
die alles hätten sein können,
aber letztendlich
nichts geworden sind
tage wie verpasste chancen,
übersehene kleinigkeiten
gedanken, die abgetan wurden
und nicht wahrgenommene möglichkeiten
und was würde ich geben dafür
dir in die augen zu sehen und
der grund für deine grübchen zu sein
deine fingerspitzen über meine haut
streichen zu hören und
mich
von deiner stimme umarmen zu lassen
deinen mund zu sehen,
der
ich liebe dich
sagt
und damit für einen moment
alles gut macht, alles in ordnung,
alles vergessen
nur für einen moment,
eine kleine ewigkeit
wo sind wir
54.92333N/17.93646E und
54.637381N/9.39245E
wo sind wir
so viele ewigkeiten entfernt
von einander
von dem, was mal war und
von dem,
was sein sollte
was würde ich geben für
einen morgen danch
müde augen und
verschlafenes lächeln
die träume noch unter den lidern
und ein knacken in den gelenken
nur noch fünf minuten
lass mich deinen ruhigen atem hören
und deinen herzschlag spüren
gleichmäßig,
schlag für schlag für schlag
nur noch fünf minuten,
dein kratziges murmeln im traum
bis wir uns den schlaf
aus den augen wischen,
die müdigkeit aus den gliedern strecken
und die illusion aus dem kopf schlagen

Sonntag, 16. April 2017

jetzt hab ich euch beide
aus meinen laken gewaschen
ihn ausgezogen
und an dich gedacht
mich hingegeben,
nachdem ich mir deinen geschmack
und deinen namen mit billigem wein
von der zunge gespült habe
an dich gedacht
und ihn geküsst
fremde finger
mit meinen verflochten
und
fremde lippen
auf meiner haut
stöhnen,
meins seins nicht deins
hektisches atmen,
geschlossene augen
verschließe meine augen
und irgendwann bestimmt
lerne ich,
wie man sein herz verschließt