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Montag, 12. Juni 2017

und es sind
tage wie diese,
seltsam verschlafene tage
an denen es die sonne nur
in wenigen kleinen momenten schafft,
lächeln auf gesichter zu zaubern
und der wind nur schwer
den kopf frei pustet
zögernde,
fragende tage,
die alles hätten sein können,
aber letztendlich
nichts geworden sind
tage wie verpasste chancen,
übersehene kleinigkeiten
gedanken, die abgetan wurden
und nicht wahrgenommene möglichkeiten
und was würde ich geben dafür
dir in die augen zu sehen und
der grund für deine grübchen zu sein
deine fingerspitzen über meine haut
streichen zu hören und
mich
von deiner stimme umarmen zu lassen
deinen mund zu sehen,
der
ich liebe dich
sagt
und damit für einen moment
alles gut macht, alles in ordnung,
alles vergessen
nur für einen moment,
eine kleine ewigkeit
wo sind wir
54.92333N/17.93646E und
54.637381N/9.39245E
wo sind wir
so viele ewigkeiten entfernt
von einander
von dem, was mal war und
von dem,
was sein sollte
was würde ich geben für
einen morgen danch
müde augen und
verschlafenes lächeln
die träume noch unter den lidern
und ein knacken in den gelenken
nur noch fünf minuten
lass mich deinen ruhigen atem hören
und deinen herzschlag spüren
gleichmäßig,
schlag für schlag für schlag
nur noch fünf minuten,
dein kratziges murmeln im traum
bis wir uns den schlaf
aus den augen wischen,
die müdigkeit aus den gliedern strecken
und die illusion aus dem kopf schlagen

Sonntag, 16. April 2017

jetzt hab ich euch beide
aus meinen laken gewaschen
ihn ausgezogen
und an dich gedacht
mich hingegeben,
nachdem ich mir deinen geschmack
und deinen namen mit billigem wein
von der zunge gespült habe
an dich gedacht
und ihn geküsst
fremde finger
mit meinen verflochten
und
fremde lippen
auf meiner haut
stöhnen,
meins seins nicht deins
hektisches atmen,
geschlossene augen
verschließe meine augen
und irgendwann bestimmt
lerne ich,
wie man sein herz verschließt

Donnerstag, 23. März 2017

versuche zu verstehen,
was du meinst,
wenn du sagst,
was du sagst,
und scheitere so oft
versuche zu verstehen,
was ich will,
wenn ich denke,
was ich denke,
und scheitere noch viel öfter
 

Dienstag, 21. März 2017

und straßenlaternen
ziehen vorbei
ein wochenende mehr geschichte
ein wochenende mehr so tun als ob
und vor dem fenster wieder autobahn
manchmal kann man nichts machen,
außer weiter
hab ich mal gelesen
aber manchmal
kann man auch nichts machen
außer
nichts
machen
weil schmerz lähmt
und weil auf euphorie
immer apathie folgt
ganz logisch
und zuverlässig
und wieder auf dem weg,
weg von uns
kopf voll
rest leer
wenn es mir so schlecht geht,
dass ich keine luft mehr kriege,
dass es sich anfühlt,
als würde mein kleines halbes herz
implodieren
und meine kleine verkorkste welt
untergehen,
hab ich gedacht,
dann ändert sich danach irgendwas,
wenn ich so traurig bin,
dass es dafür keine worte mehr gibt,
dann wird auch irgendwann irgendwas besser,
hab ich gedacht
aber wie naiv
meine kleine welt ist schon so oft
untergegangen,
dass ich schon glaube,
es gibt sie gar nicht
ich bin atlantis,
non-existent
existiere genau so wenig
wie glück,
denn sind wir mal ehrlich
verfliegt glück viel zu schnell
und hinterlässt immer
einen so bitteren nachgeschmack
von wehmut und nostalgie,
dass es besser nicht da gewesen wäre
keine kompromisse
nur atlantis
und manchmal mein kleines
halbes herz,
das implodiert