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Donnerstag, 8. Dezember 2016

und inzwischen
immer wieder die gleichen fragen
wie lange noch
wie viele schlaflose nächte
wie viele kopfschmerztabletten
wie viele nasse kissenbezüge
wie viele mascaraflecken auf weißen bettlaken
wie viele tage im bett mit fettigen haaren
wann hab ich das letzte mal geduscht
wie viele versuche
wie viele fluchten
wie viele kämpfe
wann endlich wieder morgens aufwachen
wann endlich morgens aufwachen und sich auf den tag freuen
wann endlich vor freude weinen
wann endlich nicht mehr einsam
sein fühlen

Montag, 5. Dezember 2016

laufe
alleine durch die straßen
blind,
seit gestern
ohne blindenstock
ohne hörgerät bin taub
für alles,
was vielleicht passiert
und stumm,
denn alles was ich sagen könnte
wäre lächerlich
angesichts
des kalten winters vor
und in mir,
schneeblind

Samstag, 12. November 2016

und wenn du gehst
nimmst du jedes mal
meine worte mit
und ich bleibe
sprachlos
und unfähig
dir zu sagen,  
wie wenig
und wie viel
und wie sehr
und bitte
und bitte nicht
zurückbleiben bitte
du winkst aus dem zugfenster
und ich sitze am bahnsteig
noch 2 züge lang
rathenow
rostock
atemzüge
gegen die kälte von außen
und das frieren von innen
 warum
warum nichts

Mittwoch, 9. November 2016

auseinanderfallen
langsam und
mit jeder träne
ein bisschen mehr
ein bisschen weniger ganz
 eine erinnerung
an das gefühl,
das aus langsam
zeitlupe macht
salz auf deinen lippen
auseinander
fallen

und währendessen
und immer wieder
und nicht mehr lange
lausche ich deinen tiefen atemzügen
wie du mit den zähnen knirschst
murmeln im schlaf
murmeln im kopf
gedankenmurmeln
murmeln im sand
rollen nicht
und doch viel zu gut
sand im getriebe
murmeln im schlaf
ich bin hellwach
und müde

Freitag, 4. November 2016

und dann ist da
nichts
ein kleines riesiges nichts
direkt nach dem aufwachen
schweißgebadet
albträume zählen
eins zwei drei
 meine kleine briefmarkensammlung
eins zwei drei
und nichts
briefmarken helfen nicht
gegen die bilder
die träume
die wünsche
wieder nichts
immer nichts