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Montag, 11. Januar 2016

und es ärgert mich,
dass es inzwischen so kleine dinge sind,
die mich komplett aus der bahn werfen
aus meiner
unsicheren,
wackeligen bahn
und dass euphorie so schnell vorbeigeht
und alles, was bleibt,
sind ein schaler nachgeschmack
und kopfschmerzen vom weinen

Mittwoch, 6. Januar 2016

manchmal,
wenn ich so im auto sitze,
denke ich mir,
wie einfach es doch wäre
das auto in die gegenfahrbahn steuern
das lenkrad rumreißen und ab in die
leitplanke
aber
das würde ich niemals tun und
es wäre auch zu einfach
aber trotzdem könnte manchmal
wirklich einfach alles ein bisschen vorbei sein
nur ein bisschen
und schon wieder ist ein jahr vorbei
und es hat sich
überhaupt
nichts
geändert
naja, wie mans nimmt
zum fehlenden selbstvertrauen und selbstbewusstein
und zum selbsthass
ist eine lähmende zukunftsangst gekommen,
die mir den hals zuschnürt
und mir die tränen in die augen treibt
das hätte nicht sein müssen
finde ich,
wenn ich mal so egoistisch sein darf
irgendwann ist auch mal gut

Sonntag, 1. November 2015

ich will dich anrufen
ich will nicht reden
ich will mir die augen aus dem kopf heulen
ich will nicht, dass dein t-shirt nass wird
ich will, dass deine umarmung alles gut macht
ich will dir mich nicht aufbürden
ich will dir zuhören, wie du belangloses erzählst, um mich abzulenken
ich will dich nicht anrufen

und dann bist du in den ferien eine woche in berlin
und berlin war immer dein seelennotrettungsort
und dann bist du mit deiner freundin da
machen eine magersüchtige und eine depressive zusammen urlaub
und ihr wart schonmal zusammen da und alles war super und super schön und toll
und dann bist du wieder mit ihr da
und alles, an das du denken kannst, ist,
dass sie so dünn und du so dick bist
und sie ist die, die von den typen angesprochen wird
und die, die als hübsch und attraktiv beschrieben wird
und du stehst daneben
und bist die kluge, nette
die halt mit dabei ist
und die ganze woche über geistern diese gedanken in deinem kopf herum
und du bist frei und in berlin und könntest alles tun, was du willst,
aber alles, was du willst, ist schlafen und verkriechen,
weil dich so niemand sehen soll
 aber es geht nie vorbei
es wird immer so sein
und nichts wird sich ändern
auch, wenn es manchmal so scheint,
aber das macht es nur noch schlimmer und warum ist das leben so unfair
und macht dir hoffnungen und schickt dir glückliche, schöne, lachende momente,
wenn die schlimmen, hässlichen, weinenden gleich hinterherkommen
das erschöpft
manchmal frage ich mich,
was da noch für worte sein sollen,
ob nicht alle worte schon aufgebraucht und kraftlos sind
ich würde sagen, dass ich mich kraftlos fühle,
wie diese wörter, die aber doch nichts ausdrücken
oder zumindest nicht das, was ich denke
oder fühle
wo ist die grenze
mein psychologe sagt, ich muss eine grenze zwischen meinen
gedanken und gefühlen ziehen und versuchen,
meine gedanken zu rationalisieren
und damit auch meine gefühle zu steuern
aber wie geht das
wie entkommt man dem chaos im eigenen kopf?
nein
ich muss es ordnen, muss die objektive, rationale stimme in meinem kopf jetzt sagen
ich will nicht ordnen, ich will raus
und wenns nicht rausgeht will ich mich tiefer drin vergraben,
das sagt die andere stimme
und sie ist so einlullend